Slow German Slow German

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Copyright: Annik Rubens

In this podcast, German podcaster Annik Rubens talks slowly about topics of everyday German life, from beergardens to recycling. More advanced German students can try to listen to her "Schlaflos in Muenchen" (Sleepless in Munich) podcast at www.schlaflosinmuenchen.com. More information on Slow German at www.slowgerman.com. You can read the complete transcript of each episode on this internet-site or in the ID3-Tags.




Slow German
   

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Slow German #042: Finns Reise im Schlafanzug
Mittwoch, 24. Dezember 2008, 00:00:19 

Mehr Info: www.finnsreise.de
Geschichten kaufen (und PDF): http://finnsreise.tradebit.de/files.php/3-Musik-MP3

Kuck mal, was ich gefunden habe!“, ruft Hannibal die Weltenbummler-Maus. Mit einem großen Satz hüpft er auf die Bettdecke und läuft so schnell es geht zu Finns Gesicht.
In seiner Hand hält er ein Stück Seil aus dickem, festem Draht. Stolz hält er es vor Finns Augen.
Finn reibt sich die Augen, denn eigentlich war er gerade eingeschlafen. Noch etwas müde setzt er sich auf und sieht seinen kleinen Freund Hannibal neugierig an.
„Was ist denn das?“, fragt Finn und schaut sich das silberfarbene Teil in Hannibals Hand etwas genauer an.
„Na was schon“, sagt Hannibal ungeduldig. Aber Finn kommt nicht drauf.
„Ein Drahtseil, natürlich!“, ruft Hannibal und drückt Finn das Stück Seil in die Hand.
Kaum hat Finn es berührt, hört er auch schon ein lautes Knistern. Er fühlt sich, als würde er auf bunten Wolken schweben. Doch im nächsten Augenblick plumpst er auf den Boden. Ist er etwa aus seinem Bett gefallen?
Nein, denn der Boden um ihn herum ist kräftiges grünes Gras, es fühlt sich ganz anders an als der flauschige blaue Teppichboden in seinem Kinderzimmer. Seine Reise im Schlafanzug hat begonnen. Aber wo er und Hannibal gelandet sind, das muss er erst noch herausfinden.

Finn steht auf und sieht an sich herunter. Ein paar grüne Blätter kleben an seiner Schlafanzugshose. Um ihn herum sind lauter Pflanzen, mit riesigen grünen Blättern und bunten Blüten, die süßlich duften. Von überall her ist Vogelgezwitscher zu hören und ein großer Käfer krabbelt über den Boden.
„Komm schnell“, ruft Hannibal, der ungeduldig an Finns Hosenbein zupft. „Wir müssen uns beeilen, die Schule beginnt bald.“
Finn schaut seinen kleinen Freund ungläubig an: „Welche Schule denn?“
Hannibal zeigt ins Tal hinunter. Erst jetzt bemerkt Finn, dass sie sich auf einem hohen Berg befinden. Und auch um die beiden herum kann Finn nur Berge erkennen. Einer neben dem anderen, und alle sind mit großen grünen Bäumen bewachsen.
Als Finn noch einmal ins Tal schaut, wird ihm ganz mulmig.
„Da müssen wir runter?“, fragt er etwas ängstlich. „Und wie sollen wir das machen?“

Hannibal lächelt und zeigt seinem Freund eine Rolle aus Eisen. So eine Rolle hat er schon einmal gesehen, auf einem Abenteuer-Spielplatz. Da konnte er sich an ein Seil hängen und von einem Mast zum anderen schwingen. Das hatte ihm Spaß gemacht und er hatte sich wie Tarzan im Dschungel gefühlt. Doch was hatte solch eine Rolle mit der Schule im Tal zu tun?
„Was sollen wir denn damit machen?“, fragt er.
„Na, wir machen es wie alle anderen auch“, antwortet Hannibal und zeigt auf drei kolumbianische Kinder, die bei einem dicken Mast stehen. Von dort führt ein starkes Drahtseil zu einem der gegenüberliegenden Berge. Jetzt bemerkt Finn auch auf den anderen Bergen weitere Seile. Diese hängen hoch über den Tälern, es würde sogar ein Hochhaus unter sie passen. Den breiten und wilden Fluss im Tal kann man kaum noch erkennen.

„Das glaube ich nicht! Du machst doch einen Scherz, Hannibal. Oder?“, fragt Finn seinen Freund.
Hannibal lacht und antwortet nur: „Nein, wir schauen uns das nur an. Das ist nämlich ganz schön schwierig und sehr gefährlich.“
Finn und Hannibal schauen die drei Kinder erwartungsvoll an. Alle haben eine Art Gürtel mit einem verlängerten Riemen. Damit machen sie sich an der Rolle und am Seil fest. Die Kinder zeigen Finn eine Holzgabel.
„Wenn sie bremsen möchten, drücken sie die Gabel gegen das Seil“, erklärt Hannibal.
Finn dreht sich zu den Kindern um. Eines hat sich bereits an das Seil gehängt, stößt sich kräftig vom Boden ab und gleitet wie ein Trapezkünstler in Richtung des gegenüberliegenden Berges.
„Warum gibt es hier denn keine Straßen oder keine Brücken?“, fragt Finn nachdenklich. „Das wäre doch viel sicherer.“
Hannibal nickt. „Das stimmt wohl“, antwortet er. „Aber Straßen und Brücken sind sehr teuer und die Menschen hier in Kolumbien sind sehr arm.“ Finn nickt und traut seinen Augen nicht. Am Seil vom gegenüberliegenden Berg kommt eine Kuh an. Ungläubig starrt er Hannibal an.
„Das Seil transportiert nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und wenn es sein muss, dann auch ein Möbelstück“, erklärt Hannibal, der inzwischen auf Finns Schulter sitzt und ungeduldig an seinem Ohr zieht.
„Komm, wir müssen gehen. Es ist schon spät!“, flüstert er ihm ins Ohr.
„Was? Jetzt schon?“, fragt Finn. „Ich wollte doch noch einen fliegenden Teppich oder einen fliegenden Schrank sehen“, sagt Finn enttäuscht.
„Das nächste Mal vielleicht“, antwortet Hannibal.

Und als Finn das Stück Seil in seiner Hand zu Boden fallen lässt, hört er wieder das laute Knistern und schwebt auf den bunten Wolken, die ihn schnell nach Hause in sein weiches warmes Bett tragen. Er ist müde geworden und kuschelt sich mit Hannibal ganz tief in seine Daunendecke ein. „Bin ich froh, dass wir Straßen und Gehwege haben, auf denen ich zur Schule gehen kann“, denkt er sich und schläft, von der Reise ganz erschöpft, ein.


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Audio Sendung:  - Slow German #042: Finns Reise im Schlafanzug http://media.libsyn.com/media/slowgerman/sgfinn.mp3 [6,99 MB]
Slow German #041: Weihnachten
Montag, 22. Dezember 2008, 00:15:49 

Ich kann es selber kaum glauben - aber ich habe Euch noch gar nichts von Weihnachten erzählt! Also hole ich das heute nach. In Deutschland ist Weihnachten das wahrscheinlich wichtigste Fest des Jahres. Ich weiß, Ostern ist für die Christen noch viel wichtiger, aber Weihnachten ist auch für weniger religiöse Menschen wie mich ein großes Datum.

Ich habe Euch ja schon erzählt, dass es in Deutschland den Advent gibt. Die vier Sonntage vor Weihnachten wird also jeweils eine Kerze angezündet auf einem Adventskranz. Und man hat einen Adventskalender, hinter dessen Türchen jeden Tag Schokolade oder etwas anderes zu finden ist. Ist diese Wartezeit endlich vorbei, dann ist Weihnachten. Wir feiern schon am 24. Dezember. In meiner Familie beginnt der Tag nach einem schönen Frühstück und Mittagessen damit, dass wir den Tannenbaum von draußen hereinholen, ihn in der Wohnung aufstellen und gemeinsam schmücken. Das macht aber jede Familie anders. Dann ziehen wir uns festlich an, versammeln uns wenn es dunkel ist um den schönen Baum, hören Weihnachtsmusik und zünden die Kerzen an. Und dann ist die Bescherung. Wir überreichen einander die Geschenke und packen sie aus. Danach gibt es ein festliches Essen. In vielen Familien gibt es am Heiligabend selber nichts Besonderes zu essen, sondern erst am ersten Weihnachts-Feiertag, also am 25. Dezember. Bei uns aber gibt es schon am 24. abends ein leckeres Fondue.

Ich habe Euch ja schon erzählt, dass ich nicht religiös bin. Für mich ist Weihnachten ein Familienfest, ein Ritual, auf das ich mich freue. Aber natürlich respektiere ich es, wenn die Christen in meiner Umgebung an diesem Tag die Geburt von Jesus feiern möchten. Viele von ihnen gehen am 24. Dezember in die Kirche. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das zu tun. Man kann schon am Nachmittag in die Kirche gehen - dann gibt es meist eine Kindermette mit Krippenspiel, oder man geht spät abends, gegen Mitternacht. Dann ist die Kirche festlich erleuchtet, am Altar steht ein geschmückter Baum mit Kerzen und man sieht eine geschnitzte Krippe mit den Figuren von Maria und Josef und dem Neugeborenen. Bei dieser Christmette, wie der Gottesdienst genannt wird, sind die Kirchen in Deutschland voll. Auch viele der Menschen, die sonst nie in die Kirche gehen, möchten sich diesen besonderen Abend nicht entgehen lassen.

Am 25. und 26. Dezember ist in Deutschland gesetzlicher Feiertag, die meisten Menschen müssen also nicht arbeiten. Diese Zeit wird oft genutzt, um die Familie zu besuchen und mit ihnen noch einmal zu feiern. Ich wünsche Euch jetzt auch: Frohe Weihnachten! Und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.


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Audio Sendung:  - Slow German #041: Weihnachten http://media.libsyn.com/media/slowgerman/sgweihnachten.mp3 [4,33 MB]
Slow German #040: Beruf und Karriere
Montag, 15. Dezember 2008, 00:00:06 

Vicki aus den USA möchte, dass ich über Beruf und Karriere spreche.
Ich werde es versuchen.

Alles beginnt natürlich mit einer guten Ausbildung. Man kann zum
Beispiel an einer Universität studieren. Oder man macht ein Praktikum,
man arbeitet also einige Zeit bei einer Firma, um dort etwas zu
lernen. Danach fängt eine schwierige Zeit an: Man muss sich nämlich
bei verschiedenen Firmen bewerben. Dazu sucht man zum Beispiel im
Internet oder im Stellenmarkt der Tageszeitung nach Anzeigen. Viele
Firmen suchen durch Anzeigen neue Mitarbeiter.

Wenn man dieser Firma dann schreiben möchte, muss man ihnen eine
Bewerbungsmappe schicken. In der Mappe enthalten sind ein Lebenslauf,
meistens auch ein Foto, dazu noch Zeugnisse oder Arbeitsproben. Wenn
die Personalabteilung der Firma diese Mappe gut findet, wird man zu
einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Hier versucht man sich
möglichst positiv zu präsentieren. Denn wenn das Gespräch gut läuft,
hat man den Job. Wenn nicht, dann bekommt ihn ein anderer Bewerber.

Bevor man allerdings anfängt zu arbeiten, muss man meistens erst einen
Arbeitsvertrag unterschreiben. In diesem Vertrag wird festgehalten,
wie viele Stunden man arbeiten muss und wieviel Geld man verdient.
Manchmal ist dieser Vertrag Verhandlungssache - das heißt, man kann in
einem Gespräch festlegen, wie hoch die Summen sind. Manchmal aber, vor
allem in bestimmten Branchen, sind die Preise bereits festgelegt. Das
nennt man Tarifverträge. Diese Tarife wurden bereits in der
Vergangenheit ausgehandelt und gelten dann für alle in diesem Bereich
tätigen Menschen. Zum Beispiel: Wenn ich einen Workshop halte bei
einer Firma, dann kann ich sagen, wie teuer das ist, und die Firma
entscheidet dann, ob sie diesen Preis zahlen möchte. Wenn ich aber für
einen Radiosender wie den Bayerischen Rundfunk arbeite, dann bekomme
ich genau das gleiche Geld wie meine Kollegen. Ich kann nicht
verhandeln oder mehr verlangen.

Wer gerne immer mehr Geld verdienen möchte und immer wichtiger sein
will in seiner Firma, den nennt man in Deutschland einen Karrieristen.
Er möchte die Karriereleiter emporklettern. Oft sind das sehr
ehrgeizige Menschen. Und viele Firmen haben eine klare Hierarchie, bei
der man Stufe um Stufe erklimmen kann. Wichtig ist den meisten
Menschen natürlich, wieviel Geld sie verdienen. Diesen Betrag nennt
man Gehalt. Oft redet man vom Nettogehalt. Das ist dann das Geld, das
man tatsächlich vom Arbeitgeber bekommt. Denn der zieht schon Beträge
ab, zum Beispiel für Kranken- oder Rentenversicherung. Auch die Steuer
wird gleich an das Finanzamt abgeführt. Ein Angestellter bekommt dafür
jedes Jahr vom Finanzamt eine Lohnsteuerkarte. Diese Karte gibt er bei
seinem Arbeitgeber ab. Am Ende des Jahres wird auf dieser Karte
eingetragen, wie viele Steuern der Arbeiter gezahlt hat.

Bei mir ist es anders. Ich bin kein Angestellter. Ich bin
freiberuflich und selbständig. Das bedeutet, ich muss mich selber um
alles kümmern, um die Krankenversicherung und die Rentenversicherung
und auch um die Steuer. Dafür kann ich aber für viele verschiedene
Firmen arbeiten und bin flexibel. Ich habe keine festen Arbeitszeiten,
wie andere Menschen. Viele Menschen, die als Verkäufer arbeiten,
arbeiten übrigens auf Provision. Sie bekommen also einen Anteil an
dem, was sie verkauft haben, für sich.

So, ich hoffe, ich konnte Euch viele neue Wörter beibringen. Ihr wisst
ja: Wenn ihr etwas nicht versteht, einfach auf der Internetseite
www.slowgerman.com auf das Wort mit der Maus klicken, zwei Mal, dann
seht Ihr die englische Übersetzung. Oder Ihr lasst Euch den ganzen
Text in Eure Muttersprache übersetzen, indem Ihr in der rechten Spalte
auf die Fahne Eures Landes klickt. Aber Vorsicht: Dann stimmt
natürlich die Grammatik nicht mehr!

Kontakt: podcast@slowgerman.com
Homepage: www.slowgerman.com


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Audio Sendung:  - Slow German #040: Beruf und Karriere http://media.libsyn.com/media/slowgerman/sgberuf.mp3 [8,87 MB]
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